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Theaterphilosophie
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Theaterphilosophie

 

"Kunst ist die Arbeit am eigenen Ich." 

Wenngleich ich die Kunst für autonom halte, so können wir uns ihrer Wirkung dennoch nicht entziehen: Kunst macht etwas mit uns - wenn wir es zulassen. Und dies ist einer der wichtigsten Leitsätze meiner Arbeit: Kunst muss frei-willig sein.

Theater spielen bedeutet, sich auf den Ebenen des Gestaltens und Erlebens mit fremden Welten, Menschen und Anschauungen auseinanderzusetzen, sie kritisch zu hinterfragen und auch sie ansatzweise verstehen zu lernen. Dabei dient die Bühne als Abenteuerspielplatz für kleine und große Menschen, für alt und jung - für alle Menschen, die Lust dazu haben. Denn Theater spielen kann jeder - wenn er es will.

Schauspieltheoretisch greife ich in meiner Arbeit vor allem auf die Werke Tschechows, Stanislawskis und Adlers zurück, da diese eine sehr sanfte, natürliche und dennoch intensive Herangehensweise an die Figur ermöglichen.

Was Theaterformen betrifft, bin ich sehr experimentierfreudig und offen. Wichtig ist mir vor allem, dass sich Form und Inhalt auf einander beziehen, dass sich ein Spiel zwischen Form und Inhalt entfalten kann. Besonders gerne arbeite ich mit Elementen aus dem chorischen Theater sowie dem Tanztheater, da sie unsere Sinne auf ganz besondere Weise ansprechen und unsere Phantasie sowohl herausfordern als auch beflügeln.

 

Theater spielen bedeutet des Weiteren für mich, nicht nur die Kunst des Spielens, sondern auch die Kunst des lustvollen Scheiterns zu erlernen.  In diesem Zusammenhang möchte ich Christoph Schlingensief zitieren, der mit seinem Motto "Scheitern als Chance" diesen Sachverhalt für mich auf den Punkt gebracht hat.

Des Weiteren hat Theater meiner Ansicht nach nichts mit "Selbstdar-stellertum" zu tun. Wenngleich Kunst für mich bedeutet, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, so heißt das nicht, dass man sich selbst auf die Bühne bringt. Auf der Bühne tritt man vielmehr hinter einer Figur zurück und lernt dadurch nicht zuletzt Bescheidenheit.

Und diese Bescheidenheit halte ich insbesondere auch hinsichtlich der Gruppe, in der man spielt, für außerordentlich wichtig.  Vertrauen auf der einen und Ausgelassenheit auf der anderen Seite sind in einem gut funktionierenden Ensemble unverzichtbar. Für mich sind sowohl das Theater als auch die Pädagogik von großer Bedeutung. Ihre Wechselwirkung halte ich nicht nur für besonders nützlich, sondern auch für ein besonderes "Geschenk".

Doch nicht nur die Gruppe als Ganzes ist für die Theaterarbeit wichtig, sondern auch jede(r) Einzelne. Jede(r) bringt sich selbst auf seine eigene Art und Weise in die Gruppe ein - und diese Verschiedenheit und Individualität gilt es ganz besonders zu schätzen.

Abschließend möchte ich noch auf den Titel meiner Homepage eingehen: "Leben ohne Maske". In Bezug auf das Theater erscheint diese Behauptung zunächst womöglich absurd - verkleidet man sich auf der Bühne doch oftmals mit Masken und Kostümen. Die Kunst des Spielens - und des Lebens! - besteht meiner Meinung nach aber darin, hinter diese Masken zu blicken und so vielleicht ein kleines bisschen Wahrheit zu erkennen.